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	<title>Jubiläumskampagne &#8211; Liebe deine Stadt</title>
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		<title>ZUR BEVORSTEHENDEN WIEDERERÖFFNUNG DER KÖLNER BÜHNEN AM OFFENBACHPLATZ: Die Laudatios von Peter Zumthor und Hiltrud Kier zum Kölner Opern- und Schauspielensemble von Wilhelm Riphahn bei der Preisverleihung zum „Gebäude des Monats&#8220; (2006)</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/zumthor_laudatio_koelneroper/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2017 12:10:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Schweizer Architekt und die frühere Kölner Stadtkonservatorin beschreiben in ihren Reden die Qualitäten der Architektur von Wilhelm Riphahn. Hier finden Sie die Filmdokumentation aus unserem Projektarchiv:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe title="Peter Zumthor &amp; Hiltrud Kier / Laudatio zum Opern-Ensemble von W. Riphahn" src="https://player.vimeo.com/video/223189650?dnt=1&amp;app_id=122963" width="1024" height="576" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write; encrypted-media; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">Der Schweizer Architekt und Pritzker-Preisträger Peter Zumthor und die Bonner Kunsthistorikerin Hiltrud Kier hielten im Jahr 2006 im Rahmen des Projekts &#8222;Liebe deine Stadt&#8220; gemeinsam eine vielbeachtete Laudatio auf das Kölner Opern- und  Schauspielensemble von Wilhelm Riphahn, das nach Jahren des administrativen Vandalismus seinem Verfall preisgegeben wurde und damals kurz vor der feuerpolizeilichen Schliessung und dem Abriss stand.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>JETZT ERHÄLTLICH: Neuer Katalog und Köln-Karte in &#8222;Liebe deine Stadt x Gaffel&#8220;-Geschenkbox</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/lds_gaffel-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 10:06:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In Rahmen der Kooperation mit der Brauerei Gaffel erscheint im Mai 2026 eine limitierte Geschenkbox mit einem "Liebe deine Stadt"-Katalog mit einem Essay von Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk/WDR) zur über 20-jährigen Projektgeschichte, unserer "Liebe deine Stadt"-Köln-Karte, zwei geprägten "Liebe deine Stadt"-Kölschgläsern und einer Flasche Gaffel-Kölsch mit  "Liebe deine Stadt"-Sonderetikett.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Liebe deine Stadt &#8211; Architektur &amp; Demokratie</h3>
<div>
<p class="EinfAbs"><strong>Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk / WDR)</strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Der Künstler Merlin Bauer stößt mit seinem Kunstprojekt „Liebe deine Stadt“ Prozesse an. Er lenkt die Aufmerksamkeit und appelliert damit an Bürgerinnen und Bürger, Verantwortung zu übernehmen für ihre Stadt. Wenn sie ihre Stadt lieben, dann birgt das Potential für Veränderung! Dann ist es nicht egal, in welchem Zustand diese Stadt ist. Und das hat Folgen – für die Gebäude, Plätze und damit auch für die Gesellschaft. Seine Arbeiten sind keine hermetischen Objekte, sondern Kristallisationspunkte einer „Sozialen Plastik“. Diesen Werkbegriff begründete Ende der 1960er Jahre Joseph Beuys als Teil eines „erweiterten Kunstbegriffs“. Und so entsteht diese konzeptuelle Kunst in einem dynamischen Prozess, bei dem Menschen kreativ beteiligt werden, indem sie ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft mitgestalten. Merlin Bauer involviert in seinem Projekt alle Bürgerinnen und Bürger, Kunstbegeisterte wie Fußballfans, Politik und Stadtverwaltung, Karnevalisten und Theaterfans.</span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><strong><span class="copyListe"><i>Wenn Sie diesen<a href="https://gaffel-shop.de/collections/liebe-deine-stadt/products/geschenkkarton-liebe-deine-stadt" target="_blank" rel="noopener"> Liebe deine Stadt x Gaffel-Geschenkkarton</a> erworben haben, ihn </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>verschenken oder selbst genießen, dann werden auch Sie Teil </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>dieser sozialen Plastik und damit eines Kunstwerks, das </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>Merlin Bauer initiiert hat. Herzlichen Glückwunsch!</i></span></strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Kölnerinnen und Kölner lieben ihre Stadt sowieso. So heißt es jedenfalls. Was aber bedeutet das? Merlin Bauer stellt diese Frage und schafft Gelegenheiten zur Beantwortung: Zum Beispiel mit der „Strandbox“ (Abb. S. 8), einem rot-weiß lackierten Eisverkäuferrad, das als mobile Bar einen Ort markiert, einen Treffpunkt herstellt, einen Aktionsraum schafft, in dem Begegnung möglich wird und Reflexionen über den Stadtraum stattfinden. </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Oder mit den gigantischen „Liebe deine Stadt“-Preisschleifen </span><span class="copyListe">(Abb. S. 1)</span><span class="copyListe">, die herausragende Gebäude der für Köln so prägenden Nachkriegsmoderne sichtbar auszeichnen. Mit einem Pavillon, der wie eine Mischung aus Kiosk und Museum daherkommt, Kunst-Multiples in Form von „Liebe deine Stadt“-Unterhosen, -Schokolade und &#8211; Schneekugeln</span><span class="copyListe"> (Abb. S. 18)</span><span class="copyListe"> offeriert und damit Hoffnung und Trost vermittelt und einen Anlass bietet, miteinander ins Gespräch zu kommen; und nicht zuletzt ist da dieser warmleuchtende, weitsichtbare Schriftzug im Herzen der Stadt: „Liebe deine Stadt“ </span><span class="copyListe">(Abb. S. 24)</span><span class="copyListe">. Merlin Bauers Kunstprojekt ist ein Appell gegen Achtlosigkeit und es macht Spaß, diesem Imperativ zu folgen.</span></p>
<p>Mitten im Alltag erinnern uns die künstlerischen Interventionen Merlin Bauers daran, dass die Stadt nicht selbstverständlich liebenswert ist. Sie wird es erst durch das Engagement ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, die sie für sich in Besitz nehmen müssen, besonders in Zeiten, in denen die Stadt auch Spekulationsobjekt ist und ihre Gestalt auch das Produkt globaler Finanzströme. Merlin Bauer hat für die Potentiale aber auch für die Probleme der Stadt eine breite Öffentlichkeit geschaffen. Wie ein Regisseur bringt er Menschen in Konstellationen zusammen, schafft Anlässe, zu denen die Stadtgesellschaft Akteur werden kann. Und Merlin Bauer glaubt an die Kraft des Positiven und die Kraft der Vielen: Liebe deine Stadt! Und tue etwas dafür!</p>
<p><b>Wenn die Not am größten ist…</b></p>
<p>Merlin Bauers Projekt „Liebe deine Stadt“ nahm seinen Anfang als in Köln vor über 20 Jahren Gebäude abgerissen werden sollten, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs Zeichen setzten für den demokratischen Aufbruch: die Oper, das Schauspiel, die Josef-Haubrich-Kunsthalle. Letztere Ort legendärer Kunstereignisse der 60er und 70er Jahre, von Happenings und Fluxus-Aktionen von Joseph Beuys und Wolf Vostell. Was Kunst war, wurde damals neu definiert und vor allem wurde sie geöffnet. Nicht mehr nur Berufene und Diplomierte konnten teilhaben &#8211; in jedem und jeder steckte fortan das Potential, Kunst zu schaffen. Kunst war kein elitärer Raum mehr, sondern ein Ort der gegenseitigen Verständigung.</p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">2003 wurde ausgerechnet dieser Ort, an dem Avantgarde-Kunst weltweit führender Künstlerinnen und Künstler und Öffentlichkeit sich begegneten, die Kunsthalle</span> <span class="copyListe">(Abb. S. 4)</span><span class="copyListe">, tatsächlich abgerissen. Für viele in der Stadt war das ein Beleg für das Scheitern demokratischer Strukturen, zumal Politik und Verwaltung mit dem schwer begründbaren Abriss erstmal nicht mehr als eine innerstädtische Brache geschaffen hatten. Die Neuplanungen für ein Kulturquartier am Neumarkt verzögerten sich, erst 2010 konnte es eröffnet werden</span><span class="copyListe">.</span></p>
<p>Die Wunde am Neumarkt war noch nicht geschlossen als das Historische Archiv der Stadt Köln, eines der bedeutendsten Archive in Europa, am 3. März 2009 bei Bauarbeiten an der U-Bahn eingestürzt ist. Die Krise der Kulturstadt Köln weitete sich damit aus. Nicht nur Politik und Verwaltung, auch die Bauaufsicht hatte nicht funktioniert und nun lag das Gedächtnis der Stadt im Schlamm der Baugrube.</p>
<p>Köln hatte sein bauliches und kulturelles Erbe vernachlässigt und die Stadt aggressiven Investoren überlassen, denen ohne Vergabeverfahren zentrale städtische Bauprojekte übertragen wurden. Beim Technischen Rathaus in Deutz 1996 und später dem Neubau von Messehallen wurden hunderte Millionen Euro verschwendet. All das stürzte die Stadt in eine gesellschaftliche Depression. Immobilienmakler und Baulöwen hatten die Stadt im Griff, eine Stadt, die sich als Kunstzentrum drei Jahrzehnte zuvor mit New York maß und messen konnte.</p>
<p><b>Liebe deine Stadt! Und rette sie!</b></p>
<p>Das Projekt „Liebe deine Stadt“ initiierte Merlin Bauer, um Köln neuen Mut einzuhauchen. Nach dem offensichtlichen Versagen der Politik suchte er damit eine breitere demokratische Basis für die Verantwortung in der Stadt. Dazu schärfte er den Blick auf die bedrohten Qualitäten der Stadtgestalt und auch auf die Chancen und Utopien vor allem der Nachkriegszeit, die sich in Plätze und Gebäude eingeschrieben hatten. Damals war Aufbruch: Im demokratischen Gemeinwesen sollten Diskurs und Debatte in Kunst und Politik bestimmend sein auf dem Weg zu einer Entscheidung im Sinne des Gemeinwohls. Anfang der 2000er Jahre dominierten in Köln Eigennutz und Korruption. An die Stelle der Liebe zur Stadt war die Suche nach dem eigenen Vorteil getreten.</p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Mit spielerischen Aktionen lädt Merlin Bauer zu Diskussion und Gemeinschaft ein. Seine Aktionen feiern die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten und sind damit wie oft in der Konzeptkunst von hohem identifikatorischen Potential. Dabei ist „Liebe deine Stadt“ auf intelligente Weise doppelbödig angelegt, nämlich auch als dezidiert kritische Arbeit über Vernachlässigung, Gedankenlosigkeit und Korruption: „Liebe deine Stadt“! Der Imperativ ist kein Zufall und nimmt man ihn ernst, kann er nicht ohne Folgen bleiben.</span></p>
<p><b>Die Kunst ist das Konzept</b></p>
<p><span class="copyListe">Das Projekt „Liebe deine Stadt“ schließt an eine konzeptuelle Tradition an, in der etwa auch die statistisch angelegte Arbeit „Shapolsky et al. </span><span class="copyListe"><span lang="EN-US">Manhattan Real Estate Holdings, A Real Time Social System, as of May 1, 1971” von Hans Haacke steht. </span></span><span class="copyListe">In der geht es um intransparente Geschäfte New Yorker Immobilienhaie wie Harry Shapolsky. Haacke recherchierte deren Praktiken, etwa überhöhte Mieten für sanierungsbedürftige Häuser, und montierte 146 Fotos von New Yorker Gebäuden, sechs Tabellen mit Finanztransaktionen und Pläne von Harlem und der Lower East Side in Glasrahmen und machte so die Geschäfte nachvollziehbar. Seine Arbeit machte die Zustände sicht- und anklagbar.</span></p>
<p>Auch Merlin Bauer setzt mit „Liebe deine Stadt“ auf Aufklärung – und auf Emotion. Was die Stadt ausmacht, ist die Gegenwart der Anderen, die Feier der Gesellschaft, die sich sichtbar machen lässt mit so geringen Mitteln wie einem Eisverkäuferfahrrad. Bauer fand zu einer eigenen, die Stadtfarben Rot und Weiß aufgreifenden Formensprache und schließlich zu einem ikonischen, dauerhaft sichtbaren Schriftzug, der 2007 auf dem Dach eines Geschäftshauses über der zentralen Nord-Süd-Fahrt seinen perfekten Ort fand: „Liebe deine Stadt“.</p>
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<p>„Liebe deine Stadt“ ist vor allem eine konzeptuelle Arbeit. Das ermöglicht ein Wachsen der Arbeit über sich und ihren Initiator hinaus mitten hinein in ihr Thema, die Stadt. Die Arbeit besteht zwar zunächst aus Objekten. Ihr eigentliches Wesen aber ist prozessual, ihre Aussage universell. Angepasst auf die jeweiligen Soziotope und Bildtraditionen könnte sie auch die Situation in jeder anderen Stadt zum Thema haben und ist daher hochadaptiv.</p>
<p><span class="copyListe">Die Offenheit der Arbeit als soziale Plastik führt dabei auch zu nicht autorisierter und damit missbräuchlicher Verwendung. „Liebe deine Stadt“ findet sich auf Frühstückbrettchen und Kuschelkissen, es gibt zahlreiche formal-graphische Adaptionen für Werbezwecke und auch der Fußballer Lukas Podolski </span><span class="copyListe">(Abb. S. 12)</span><span class="copyListe"> fand „Liebe deine Stadt“ passend für Shirts seines Modelabels und verwendete Fotos des Original-Schriftzugs für das Cover einer CD mit dem Titel „Liebe deine Stadt“. Auch in diesen verkitschten, profitorientierten Adaptionen spricht sich letztlich der Wunsch nach Identifikation mit der Stadt aus, auch wenn hier eine Umdeutung des Kunstwerks und seiner inhaltlichen Aussage stattfindet.</span></p>
<p><strong><span class="copyListe">Labor neuer Strategien</span></strong></p>
<p>Solche Möglichkeiten, Diskurse humorvoll und emotional in die Breite der Gesellschaft zu tragen, werden dringend gebraucht in Zeiten, in denen die Zentren der Städte auch durch Digitalisierung und Klimawandel bedroht werden. Wie können die Städte attraktiv bleiben, wenn Einkaufen mehr und mehr im Netz stattfindet? Wie können sie klimafreundlicher werden? Wie schafft man wieder Platz für innerstädtisches bezahlbares Wohnen, für Kultur, für kleine Gewerbe? Wie bewältigen die Städte den Verkehr, wo bieten sie Freiraum, Schatten, Erholung?</p>
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<p>Wendet man sich der eigenen Umgebung unter dem Motto „Liebe deine Stadt“ zu, dann werden sich auf viele dieser komplexen Fragen neue, andere Antworten finden. Wie wir in den Städten leben, diskutieren und gestalten, das kann ein Labor sein für die Lösung von Problemen auch globalen Maßstabs. Funktionierende Gemeinwesen, deren Mitglieder selbstverantwortlich, gleichberechtigt und demokratisch um die beste Zukunft streiten, sind nicht ohne utopische Dimension – aber mit Blick auf die Strategien der Konzeptkunst Merlin Bauers auch nicht ohne Realisierungsaussicht, mindestens in Teilen und Momenten. Aus dem freundlichen Imperativ entsteht eine soziale Plastik mit utopischem Potential, die aus Ideen, Köpfen und Herzen besteht. Sobald der erste Gedanke gefasst, die ersten Argumente getauscht sind, gibt es Gründe, die Stadt zu lieben, sie ist ja nun viel mehr die eigene als vorher.</p>
<p><b>Erregung öffentlichen Muts</b></p>
<p>Wer die Aktionen von „Liebe deine Stadt“ erlebt und deren Folgen beobachtet, der wird trotz realistischer Sicht auf die Gegenwart der Städte nicht anders können, als Hoffnung zu schöpfen. Und zwar, weil die Menschen geimpft durch den Gedanken „Liebe deine Stadt“ Abwehr- und Gestaltungskräfte entwickeln. Das Konzept der Kunst von Merlin Bauer zielt mit diesem Imperativ – wenngleich leicht und spielerisch – auf die entscheidende Frage: Wie wollen wir leben?</p>
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<p>In Zeiten tiefgreifender Veränderungen bedarf deren Beantwortung neuer Anregung, neuer Erregung, neuen Muts. Ihre Formulierung beginnt in der Nachbarschaft, in unseren Städten. Wir sollten sie lieben!</p>
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<p class="EinfAbs"><strong><em><span class="copyListe">Der Autor</span></em></strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Dr. Jörg Biesler ist Kunst- und Architekturhistoriker. Er arbeitet vor allem als Kulturjournalist für den Deutschlandfunk und den WDR. Er moderierte lange Jahre voll Freud‘ und Leid den Prozess der Kulturentwicklungsplanung in Köln, eine Stadt, die er liebt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>DIE GESCHENKBOX &#8222;LIEBE DEINE STADT&#8220; (Abb. unten)<br />
<a href="https://gaffel-shop.de/collections/liebe-deine-stadt/products/geschenkkarton-liebe-deine-stadt" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt; HIER ONLINE BESTELLEN</a>:</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x Sonderflasche 0,33l Gaffel Kölsch</p>
<p style="font-weight: 400;">2 x Sonderglas 0,2l</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x „Liebe deine Stadt“-Köln-Stadtplan konzipiert von Merlin Bauer, Prof. Anne-Julchen Bernhardt, Prof. Dr. Adria Daraban, Tobias Schwuchow und Boris Sieverts</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x „Liebe deine Stadt“-Mini-Katalog mit einem Text von Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk / WDR) und 35 Abbildungen.</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x Gutschein für zwei frisch gezapfte Gaffel Kölsch 0,2l im Gaffel am</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">[Der hier zu lesende Text ist dem Mini-Katalog der &#8222;Liebe deine Stadt&#8220;-Geschenkbox entnommen]</p>
<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NUR NOCH WENIGE EXEMPLARE  &#8211; Die Foto-Edition „o.T. (21/01)“</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/studio/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2022 10:41:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Merlin Bauer
C-Print
35,0 x 44,0 cm
signiert und nummeriert
Auflage 75 Ex. + 10 a.p.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reservieren Sie die limitierte und handsignierte Foto-Edition des österreichischen Konzeptkünstlers Merlin Bauer, der die soziale Plastik &#8222;Liebe deine Stadt&#8220; und die gleichnamige 26 Meter lange ikonische Skulptur vor 19 Jahren im öffentlichen Raum Kölns installiert hat.</p>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong><br />
„o.T. (21/01)&#8220;<br />
</strong><span style="font-size: 14px;">Merlin Bauer<br />
</span><span style="font-size: 14px;">C-Print<br />
</span>35,0 x 44,0 cm<br />
signiert und nummeriert<br />
Auflage 75 Ex. + 10 a.p.<br />
<i><br />
</i>EUR 490,-</p>
</div>
</div>
</div>
<p><em><strong>Reservierung unter <a href="mailto:Info@liebedeinestadt.org">Info@liebedeinestadt.org </a><br />
</strong><i>oder 0221 &#8211; 801 73 56</i></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<p><em>Abbildung unten:</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><a href="https://www.liebedeinestadt.org/project/jubilaeumsmultiple/" target="_blank" rel="noopener"><em><strong>Liebe deine Stadt V<br />
</strong></em></a>Merlin Bauer<br />
Schriftzug-Multiple aus Dibond<br />
140,0 × 20,0 x 1,5 cm<br />
nummeriert und signiert<br />
Auflage 30 Ex.</p>
</div>
</div>
</div>
<p><em>Preis auf Anfrage</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Reservierung unter <a href="mailto:Info@liebedeinestadt.org">Info@liebedeinestadt.org </a><br />
</strong><i>oder 0221 &#8211; 801 73 56</i></em></p>
</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Diese Arbeiten sind noch verfügbar:</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><a href="https://www.liebedeinestadt.org/project/bda_edition2025/" target="_blank" rel="noopener"><em><strong>Liebe, 2025</strong></em></a><br />
Merlin Bauer<br />
Archival Pigment Print auf Photopapier<br />
35,0 x 28,0 cm<br />
signiert und nummeriert<br />
Auflage 80 + 20 a.p.</p>
</div>
</div>
</div>
<p>EUR 490,-</p>
<pre></pre>
<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><em><strong><a href="https://www.liebedeinestadt.org/project/ot_2501/" target="_blank" rel="noopener">o.T. (25/01)</a><br />
</strong></em>Merlin Bauer<br />
Archival Pigment Print auf Photopapier<br />
30,0 x 40,0 cm<br />
signiert und nummeriert<br />
Auflage 100 Ex. + 10 a.p.</p>
<p>EUR 490,-</p>
<p><em><strong>Reservierungen unter <a href="mailto:Info@liebedeinestadt.org">Info@liebedeinestadt.org </a><br />
</strong></em><em><i>oder 0221 &#8211; 801 73 56</i></em><em><strong><br />
</strong></em></p>
</div>
</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 14px;">Zu Merlin Bauers Kunstprojekt &#8222;Liebe deine Stadt&#8220; sind seit dem Jahr 2005 einige limitierte und signierte Foto-Editionen, Druckgrafiken, Siebdrucke und Multiples </span><span style="font-size: 14px;">erschienen: </span><strong>Für einen Studiobesuch kontaktieren Sie uns bitte unter <a href="mailto:info@liebedeinestadt.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">info@liebedeinestadt.org</a> oder 0221-8017356.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fotos: © Merlin Bauer / VG Bild-Kunst Bonn, 2024</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LIEBE DEINE STADT x GAFFEL &#8211; Über 10 Millionen Kölsch-Flaschen mit &#8222;Liebe deine Stadt&#8220;-Sonderetiketten des Konzeptkünstlers Merlin Bauer</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/lds_gaffel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 16:25:50 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.liebedeinestadt.org/?post_type=dt_portfolio&#038;p=40747</guid>

					<description><![CDATA[Die Privatbrauerei Gaffel startet im Frühjahr 2026 eine Kooperation mit dem Konzeptkünstler Merlin Bauer. Er ist Urheber und Schöpfer des Kunstprojekts und der namensgebenden, 26 Meter langen Skulptur „Liebe deine Stadt“, die seit 2007 an ihrem (inzwischen zweiten) Standort über der Nord-Süd-Fahrt installiert ist und sich längst zu einem Wahrzeichen Kölns entwickelt hat. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Liebe deine Stadt &#8211; Architektur &amp; Demokratie</h3>
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<p class="EinfAbs"><strong>Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk / WDR)</strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Der Künstler Merlin Bauer stößt mit seinem Kunstprojekt „Liebe deine Stadt“ Prozesse an. Er lenkt die Aufmerksamkeit und appelliert damit an Bürgerinnen und Bürger, Verantwortung zu übernehmen für ihre Stadt. Wenn sie ihre Stadt lieben, dann birgt das Potential für Veränderung! Dann ist es nicht egal, in welchem Zustand diese Stadt ist. Und das hat Folgen – für die Gebäude, Plätze und damit auch für die Gesellschaft. Seine Arbeiten sind keine hermetischen Objekte, sondern Kristallisationspunkte einer „Sozialen Plastik“. Diesen Werkbegriff begründete Ende der 1960er Jahre Joseph Beuys als Teil eines „erweiterten Kunstbegriffs“. Und so entsteht diese konzeptuelle Kunst in einem dynamischen Prozess, bei dem Menschen kreativ beteiligt werden, indem sie ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft mitgestalten. Merlin Bauer involviert in seinem Projekt alle Bürgerinnen und Bürger, Kunstbegeisterte wie Fußballfans, Politik und Stadtverwaltung, Karnevalisten und Theaterfans.</span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><strong><span class="copyListe"><i>Wenn Sie diesen<a href="https://gaffel-shop.de/collections/liebe-deine-stadt/products/geschenkkarton-liebe-deine-stadt" target="_blank" rel="noopener"> Liebe deine Stadt x Gaffel-Geschenkkarton</a> erworben haben, ihn </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>verschenken oder selbst genießen, dann werden auch Sie Teil </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>dieser sozialen Plastik und damit eines Kunstwerks, das </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>Merlin Bauer initiiert hat. Herzlichen Glückwunsch!</i></span></strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Kölnerinnen und Kölner lieben ihre Stadt sowieso. So heißt es jedenfalls. Was aber bedeutet das? Merlin Bauer stellt diese Frage und schafft Gelegenheiten zur Beantwortung: Zum Beispiel mit der „Strandbox“ (Abb. S. 8), einem rot-weiß lackierten Eisverkäuferrad, das als mobile Bar einen Ort markiert, einen Treffpunkt herstellt, einen Aktionsraum schafft, in dem Begegnung möglich wird und Reflexionen über den Stadtraum stattfinden. </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Oder mit den gigantischen „Liebe deine Stadt“-Preisschleifen </span><span class="copyListe">(Abb. S. 1)</span><span class="copyListe">, die herausragende Gebäude der für Köln so prägenden Nachkriegsmoderne sichtbar auszeichnen. Mit einem Pavillon, der wie eine Mischung aus Kiosk und Museum daherkommt, Kunst-Multiples in Form von „Liebe deine Stadt“-Unterhosen, -Schokolade und &#8211; Schneekugeln</span><span class="copyListe"> (Abb. S. 18)</span><span class="copyListe"> offeriert und damit Hoffnung und Trost vermittelt und einen Anlass bietet, miteinander ins Gespräch zu kommen; und nicht zuletzt ist da dieser warmleuchtende, weitsichtbare Schriftzug im Herzen der Stadt: „Liebe deine Stadt“ </span><span class="copyListe">(Abb. S. 24)</span><span class="copyListe">. Merlin Bauers Kunstprojekt ist ein Appell gegen Achtlosigkeit und es macht Spaß, diesem Imperativ zu folgen.</span></p>
<p>Mitten im Alltag erinnern uns die künstlerischen Interventionen Merlin Bauers daran, dass die Stadt nicht selbstverständlich liebenswert ist. Sie wird es erst durch das Engagement ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, die sie für sich in Besitz nehmen müssen, besonders in Zeiten, in denen die Stadt auch Spekulationsobjekt ist und ihre Gestalt auch das Produkt globaler Finanzströme. Merlin Bauer hat für die Potentiale aber auch für die Probleme der Stadt eine breite Öffentlichkeit geschaffen. Wie ein Regisseur bringt er Menschen in Konstellationen zusammen, schafft Anlässe, zu denen die Stadtgesellschaft Akteur werden kann. Und Merlin Bauer glaubt an die Kraft des Positiven und die Kraft der Vielen: Liebe deine Stadt! Und tue etwas dafür!</p>
<p><b>Wenn die Not am größten ist…</b></p>
<p>Merlin Bauers Projekt „Liebe deine Stadt“ nahm seinen Anfang als in Köln vor über 20 Jahren Gebäude abgerissen werden sollten, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs Zeichen setzten für den demokratischen Aufbruch: die Oper, das Schauspiel, die Josef-Haubrich-Kunsthalle. Letztere Ort legendärer Kunstereignisse der 60er und 70er Jahre, von Happenings und Fluxus-Aktionen von Joseph Beuys und Wolf Vostell. Was Kunst war, wurde damals neu definiert und vor allem wurde sie geöffnet. Nicht mehr nur Berufene und Diplomierte konnten teilhaben &#8211; in jedem und jeder steckte fortan das Potential, Kunst zu schaffen. Kunst war kein elitärer Raum mehr, sondern ein Ort der gegenseitigen Verständigung.</p>
</div>
<div>
<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">2003 wurde ausgerechnet dieser Ort, an dem Avantgarde-Kunst weltweit führender Künstlerinnen und Künstler und Öffentlichkeit sich begegneten, die Kunsthalle</span> <span class="copyListe">(Abb. S. 4)</span><span class="copyListe">, tatsächlich abgerissen. Für viele in der Stadt war das ein Beleg für das Scheitern demokratischer Strukturen, zumal Politik und Verwaltung mit dem schwer begründbaren Abriss erstmal nicht mehr als eine innerstädtische Brache geschaffen hatten. Die Neuplanungen für ein Kulturquartier am Neumarkt verzögerten sich, erst 2010 konnte es eröffnet werden</span><span class="copyListe">.</span></p>
<p>Die Wunde am Neumarkt war noch nicht geschlossen als das Historische Archiv der Stadt Köln, eines der bedeutendsten Archive in Europa, am 3. März 2009 bei Bauarbeiten an der U-Bahn eingestürzt ist. Die Krise der Kulturstadt Köln weitete sich damit aus. Nicht nur Politik und Verwaltung, auch die Bauaufsicht hatte nicht funktioniert und nun lag das Gedächtnis der Stadt im Schlamm der Baugrube.</p>
<p>Köln hatte sein bauliches und kulturelles Erbe vernachlässigt und die Stadt aggressiven Investoren überlassen, denen ohne Vergabeverfahren zentrale städtische Bauprojekte übertragen wurden. Beim Technischen Rathaus in Deutz 1996 und später dem Neubau von Messehallen wurden hunderte Millionen Euro verschwendet. All das stürzte die Stadt in eine gesellschaftliche Depression. Immobilienmakler und Baulöwen hatten die Stadt im Griff, eine Stadt, die sich als Kunstzentrum drei Jahrzehnte zuvor mit New York maß und messen konnte.</p>
<p><b>Liebe deine Stadt! Und rette sie!</b></p>
<p>Das Projekt „Liebe deine Stadt“ initiierte Merlin Bauer, um Köln neuen Mut einzuhauchen. Nach dem offensichtlichen Versagen der Politik suchte er damit eine breitere demokratische Basis für die Verantwortung in der Stadt. Dazu schärfte er den Blick auf die bedrohten Qualitäten der Stadtgestalt und auch auf die Chancen und Utopien vor allem der Nachkriegszeit, die sich in Plätze und Gebäude eingeschrieben hatten. Damals war Aufbruch: Im demokratischen Gemeinwesen sollten Diskurs und Debatte in Kunst und Politik bestimmend sein auf dem Weg zu einer Entscheidung im Sinne des Gemeinwohls. Anfang der 2000er Jahre dominierten in Köln Eigennutz und Korruption. An die Stelle der Liebe zur Stadt war die Suche nach dem eigenen Vorteil getreten.</p>
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<div>
<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Mit spielerischen Aktionen lädt Merlin Bauer zu Diskussion und Gemeinschaft ein. Seine Aktionen feiern die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten und sind damit wie oft in der Konzeptkunst von hohem identifikatorischen Potential. Dabei ist „Liebe deine Stadt“ auf intelligente Weise doppelbödig angelegt, nämlich auch als dezidiert kritische Arbeit über Vernachlässigung, Gedankenlosigkeit und Korruption: „Liebe deine Stadt“! Der Imperativ ist kein Zufall und nimmt man ihn ernst, kann er nicht ohne Folgen bleiben.</span></p>
<p><b>Die Kunst ist das Konzept</b></p>
<p><span class="copyListe">Das Projekt „Liebe deine Stadt“ schließt an eine konzeptuelle Tradition an, in der etwa auch die statistisch angelegte Arbeit „Shapolsky et al. </span><span class="copyListe"><span lang="EN-US">Manhattan Real Estate Holdings, A Real Time Social System, as of May 1, 1971” von Hans Haacke steht. </span></span><span class="copyListe">In der geht es um intransparente Geschäfte New Yorker Immobilienhaie wie Harry Shapolsky. Haacke recherchierte deren Praktiken, etwa überhöhte Mieten für sanierungsbedürftige Häuser, und montierte 146 Fotos von New Yorker Gebäuden, sechs Tabellen mit Finanztransaktionen und Pläne von Harlem und der Lower East Side in Glasrahmen und machte so die Geschäfte nachvollziehbar. Seine Arbeit machte die Zustände sicht- und anklagbar.</span></p>
<p>Auch Merlin Bauer setzt mit „Liebe deine Stadt“ auf Aufklärung – und auf Emotion. Was die Stadt ausmacht, ist die Gegenwart der Anderen, die Feier der Gesellschaft, die sich sichtbar machen lässt mit so geringen Mitteln wie einem Eisverkäuferfahrrad. Bauer fand zu einer eigenen, die Stadtfarben Rot und Weiß aufgreifenden Formensprache und schließlich zu einem ikonischen, dauerhaft sichtbaren Schriftzug, der 2007 auf dem Dach eines Geschäftshauses über der zentralen Nord-Süd-Fahrt seinen perfekten Ort fand: „Liebe deine Stadt“.</p>
</div>
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<p>„Liebe deine Stadt“ ist vor allem eine konzeptuelle Arbeit. Das ermöglicht ein Wachsen der Arbeit über sich und ihren Initiator hinaus mitten hinein in ihr Thema, die Stadt. Die Arbeit besteht zwar zunächst aus Objekten. Ihr eigentliches Wesen aber ist prozessual, ihre Aussage universell. Angepasst auf die jeweiligen Soziotope und Bildtraditionen könnte sie auch die Situation in jeder anderen Stadt zum Thema haben und ist daher hochadaptiv.</p>
<p><span class="copyListe">Die Offenheit der Arbeit als soziale Plastik führt dabei auch zu nicht autorisierter und damit missbräuchlicher Verwendung. „Liebe deine Stadt“ findet sich auf Frühstückbrettchen und Kuschelkissen, es gibt zahlreiche formal-graphische Adaptionen für Werbezwecke und auch der Fußballer Lukas Podolski </span><span class="copyListe">(Abb. S. 12)</span><span class="copyListe"> fand „Liebe deine Stadt“ passend für Shirts seines Modelabels und verwendete Fotos des Original-Schriftzugs für das Cover einer CD mit dem Titel „Liebe deine Stadt“. Auch in diesen verkitschten, profitorientierten Adaptionen spricht sich letztlich der Wunsch nach Identifikation mit der Stadt aus, auch wenn hier eine Umdeutung des Kunstwerks und seiner inhaltlichen Aussage stattfindet.</span></p>
<p><strong><span class="copyListe">Labor neuer Strategien</span></strong></p>
<p>Solche Möglichkeiten, Diskurse humorvoll und emotional in die Breite der Gesellschaft zu tragen, werden dringend gebraucht in Zeiten, in denen die Zentren der Städte auch durch Digitalisierung und Klimawandel bedroht werden. Wie können die Städte attraktiv bleiben, wenn Einkaufen mehr und mehr im Netz stattfindet? Wie können sie klimafreundlicher werden? Wie schafft man wieder Platz für innerstädtisches bezahlbares Wohnen, für Kultur, für kleine Gewerbe? Wie bewältigen die Städte den Verkehr, wo bieten sie Freiraum, Schatten, Erholung?</p>
</div>
<div>
<p>Wendet man sich der eigenen Umgebung unter dem Motto „Liebe deine Stadt“ zu, dann werden sich auf viele dieser komplexen Fragen neue, andere Antworten finden. Wie wir in den Städten leben, diskutieren und gestalten, das kann ein Labor sein für die Lösung von Problemen auch globalen Maßstabs. Funktionierende Gemeinwesen, deren Mitglieder selbstverantwortlich, gleichberechtigt und demokratisch um die beste Zukunft streiten, sind nicht ohne utopische Dimension – aber mit Blick auf die Strategien der Konzeptkunst Merlin Bauers auch nicht ohne Realisierungsaussicht, mindestens in Teilen und Momenten. Aus dem freundlichen Imperativ entsteht eine soziale Plastik mit utopischem Potential, die aus Ideen, Köpfen und Herzen besteht. Sobald der erste Gedanke gefasst, die ersten Argumente getauscht sind, gibt es Gründe, die Stadt zu lieben, sie ist ja nun viel mehr die eigene als vorher.</p>
<p><b>Erregung öffentlichen Muts</b></p>
<p>Wer die Aktionen von „Liebe deine Stadt“ erlebt und deren Folgen beobachtet, der wird trotz realistischer Sicht auf die Gegenwart der Städte nicht anders können, als Hoffnung zu schöpfen. Und zwar, weil die Menschen geimpft durch den Gedanken „Liebe deine Stadt“ Abwehr- und Gestaltungskräfte entwickeln. Das Konzept der Kunst von Merlin Bauer zielt mit diesem Imperativ – wenngleich leicht und spielerisch – auf die entscheidende Frage: Wie wollen wir leben?</p>
</div>
<div>
<p>In Zeiten tiefgreifender Veränderungen bedarf deren Beantwortung neuer Anregung, neuer Erregung, neuen Muts. Ihre Formulierung beginnt in der Nachbarschaft, in unseren Städten. Wir sollten sie lieben!</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p class="EinfAbs"><strong><em><span class="copyListe">Der Autor</span></em></strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Dr. Jörg Biesler ist Kunst- und Architekturhistoriker. Er arbeitet vor allem als Kulturjournalist für den Deutschlandfunk und den WDR. Er moderierte lange Jahre voll Freud‘ und Leid den Prozess der Kulturentwicklungsplanung in Köln, eine Stadt, die er liebt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>DIE GESCHENKBOX &#8222;LIEBE DEINE STADT&#8220; (Abb. unten)<br />
<a href="https://gaffel-shop.de/collections/liebe-deine-stadt/products/geschenkkarton-liebe-deine-stadt" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt; HIER ONLINE BESTELLEN</a>:</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x Sonderflasche 0,33l Gaffel Kölsch</p>
<p style="font-weight: 400;">2 x Sonderglas 0,2l</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x „Liebe deine Stadt“-Köln-Stadtplan konzipiert von Merlin Bauer, Prof. Anne-Julchen Bernhardt, Prof. Dr. Adria Daraban, Tobias Schwuchow und Boris Sieverts</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x „Liebe deine Stadt“-Mini-Katalog mit einem Text von Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk / WDR) und 35 Abbildungen.</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x Gutschein für zwei frisch gezapfte Gaffel Kölsch 0,2l im Gaffel am</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p style="font-weight: 400;">[Der hier zu lesende Text ist dem Mini-Katalog der &#8222;Liebe deine Stadt&#8220;-Geschenkbox entnommen]</p>
<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>ZEITLICH LIMITIERT: Die &#8222;Liebe deine Stadt x Gaffel&#8220;-Geschenkbox</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/geschenkbox-lds_gaffel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 11:59:35 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">https://www.liebedeinestadt.org/?post_type=dt_portfolio&#038;p=40840</guid>

					<description><![CDATA[In Rahmen der Kooperation mit der Brauerei Gaffel erscheint im Mai 2026 eine limitierte Geschenkbox mit einem "Liebe deine Stadt"-Katalog mit einem Essay von Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk/WDR) zur über 20-jährigen Projektgeschichte, unserer "Liebe deine Stadt"-Köln-Karte, zwei geprägten "Liebe deine Stadt"-Kölschgläsern und einer Flasche Gaffel-Kölsch mit  "Liebe deine Stadt"-Sonderetikett.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Liebe deine Stadt &#8211; Architektur &amp; Demokratie</h3>
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<p class="EinfAbs"><strong>Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk / WDR)</strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Der Künstler Merlin Bauer stößt mit seinem Kunstprojekt „Liebe deine Stadt“ Prozesse an. Er lenkt die Aufmerksamkeit und appelliert damit an Bürgerinnen und Bürger, Verantwortung zu übernehmen für ihre Stadt. Wenn sie ihre Stadt lieben, dann birgt das Potential für Veränderung! Dann ist es nicht egal, in welchem Zustand diese Stadt ist. Und das hat Folgen – für die Gebäude, Plätze und damit auch für die Gesellschaft. Seine Arbeiten sind keine hermetischen Objekte, sondern Kristallisationspunkte einer „Sozialen Plastik“. Diesen Werkbegriff begründete Ende der 1960er Jahre Joseph Beuys als Teil eines „erweiterten Kunstbegriffs“. Und so entsteht diese konzeptuelle Kunst in einem dynamischen Prozess, bei dem Menschen kreativ beteiligt werden, indem sie ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft mitgestalten. Merlin Bauer involviert in seinem Projekt alle Bürgerinnen und Bürger, Kunstbegeisterte wie Fußballfans, Politik und Stadtverwaltung, Karnevalisten und Theaterfans.</span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><strong><span class="copyListe"><i>Wenn Sie diesen<a href="https://gaffel-shop.de/collections/liebe-deine-stadt/products/geschenkkarton-liebe-deine-stadt" target="_blank" rel="noopener"> Liebe deine Stadt x Gaffel-Geschenkkarton</a> erworben haben, ihn </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>verschenken oder selbst genießen, dann werden auch Sie Teil </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>dieser sozialen Plastik und damit eines Kunstwerks, das </i></span></strong><strong><span class="copyListe"><i>Merlin Bauer initiiert hat. Herzlichen Glückwunsch!</i></span></strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe"> </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Kölnerinnen und Kölner lieben ihre Stadt sowieso. So heißt es jedenfalls. Was aber bedeutet das? Merlin Bauer stellt diese Frage und schafft Gelegenheiten zur Beantwortung: Zum Beispiel mit der „Strandbox“ (Abb. S. 8), einem rot-weiß lackierten Eisverkäuferrad, das als mobile Bar einen Ort markiert, einen Treffpunkt herstellt, einen Aktionsraum schafft, in dem Begegnung möglich wird und Reflexionen über den Stadtraum stattfinden. </span></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Oder mit den gigantischen „Liebe deine Stadt“-Preisschleifen </span><span class="copyListe">(Abb. S. 1)</span><span class="copyListe">, die herausragende Gebäude der für Köln so prägenden Nachkriegsmoderne sichtbar auszeichnen. Mit einem Pavillon, der wie eine Mischung aus Kiosk und Museum daherkommt, Kunst-Multiples in Form von „Liebe deine Stadt“-Unterhosen, -Schokolade und &#8211; Schneekugeln</span><span class="copyListe"> (Abb. S. 18)</span><span class="copyListe"> offeriert und damit Hoffnung und Trost vermittelt und einen Anlass bietet, miteinander ins Gespräch zu kommen; und nicht zuletzt ist da dieser warmleuchtende, weitsichtbare Schriftzug im Herzen der Stadt: „Liebe deine Stadt“ </span><span class="copyListe">(Abb. S. 24)</span><span class="copyListe">. Merlin Bauers Kunstprojekt ist ein Appell gegen Achtlosigkeit und es macht Spaß, diesem Imperativ zu folgen.</span></p>
<p>Mitten im Alltag erinnern uns die künstlerischen Interventionen Merlin Bauers daran, dass die Stadt nicht selbstverständlich liebenswert ist. Sie wird es erst durch das Engagement ihrer Bewohnerinnen und Bewohner, die sie für sich in Besitz nehmen müssen, besonders in Zeiten, in denen die Stadt auch Spekulationsobjekt ist und ihre Gestalt auch das Produkt globaler Finanzströme. Merlin Bauer hat für die Potentiale aber auch für die Probleme der Stadt eine breite Öffentlichkeit geschaffen. Wie ein Regisseur bringt er Menschen in Konstellationen zusammen, schafft Anlässe, zu denen die Stadtgesellschaft Akteur werden kann. Und Merlin Bauer glaubt an die Kraft des Positiven und die Kraft der Vielen: Liebe deine Stadt! Und tue etwas dafür!</p>
<p><b>Wenn die Not am größten ist…</b></p>
<p>Merlin Bauers Projekt „Liebe deine Stadt“ nahm seinen Anfang als in Köln vor über 20 Jahren Gebäude abgerissen werden sollten, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs Zeichen setzten für den demokratischen Aufbruch: die Oper, das Schauspiel, die Josef-Haubrich-Kunsthalle. Letztere Ort legendärer Kunstereignisse der 60er und 70er Jahre, von Happenings und Fluxus-Aktionen von Joseph Beuys und Wolf Vostell. Was Kunst war, wurde damals neu definiert und vor allem wurde sie geöffnet. Nicht mehr nur Berufene und Diplomierte konnten teilhaben &#8211; in jedem und jeder steckte fortan das Potential, Kunst zu schaffen. Kunst war kein elitärer Raum mehr, sondern ein Ort der gegenseitigen Verständigung.</p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">2003 wurde ausgerechnet dieser Ort, an dem Avantgarde-Kunst weltweit führender Künstlerinnen und Künstler und Öffentlichkeit sich begegneten, die Kunsthalle</span> <span class="copyListe">(Abb. S. 4)</span><span class="copyListe">, tatsächlich abgerissen. Für viele in der Stadt war das ein Beleg für das Scheitern demokratischer Strukturen, zumal Politik und Verwaltung mit dem schwer begründbaren Abriss erstmal nicht mehr als eine innerstädtische Brache geschaffen hatten. Die Neuplanungen für ein Kulturquartier am Neumarkt verzögerten sich, erst 2010 konnte es eröffnet werden</span><span class="copyListe">.</span></p>
<p>Die Wunde am Neumarkt war noch nicht geschlossen als das Historische Archiv der Stadt Köln, eines der bedeutendsten Archive in Europa, am 3. März 2009 bei Bauarbeiten an der U-Bahn eingestürzt ist. Die Krise der Kulturstadt Köln weitete sich damit aus. Nicht nur Politik und Verwaltung, auch die Bauaufsicht hatte nicht funktioniert und nun lag das Gedächtnis der Stadt im Schlamm der Baugrube.</p>
<p>Köln hatte sein bauliches und kulturelles Erbe vernachlässigt und die Stadt aggressiven Investoren überlassen, denen ohne Vergabeverfahren zentrale städtische Bauprojekte übertragen wurden. Beim Technischen Rathaus in Deutz 1996 und später dem Neubau von Messehallen wurden hunderte Millionen Euro verschwendet. All das stürzte die Stadt in eine gesellschaftliche Depression. Immobilienmakler und Baulöwen hatten die Stadt im Griff, eine Stadt, die sich als Kunstzentrum drei Jahrzehnte zuvor mit New York maß und messen konnte.</p>
<p><b>Liebe deine Stadt! Und rette sie!</b></p>
<p>Das Projekt „Liebe deine Stadt“ initiierte Merlin Bauer, um Köln neuen Mut einzuhauchen. Nach dem offensichtlichen Versagen der Politik suchte er damit eine breitere demokratische Basis für die Verantwortung in der Stadt. Dazu schärfte er den Blick auf die bedrohten Qualitäten der Stadtgestalt und auch auf die Chancen und Utopien vor allem der Nachkriegszeit, die sich in Plätze und Gebäude eingeschrieben hatten. Damals war Aufbruch: Im demokratischen Gemeinwesen sollten Diskurs und Debatte in Kunst und Politik bestimmend sein auf dem Weg zu einer Entscheidung im Sinne des Gemeinwohls. Anfang der 2000er Jahre dominierten in Köln Eigennutz und Korruption. An die Stelle der Liebe zur Stadt war die Suche nach dem eigenen Vorteil getreten.</p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Mit spielerischen Aktionen lädt Merlin Bauer zu Diskussion und Gemeinschaft ein. Seine Aktionen feiern die architektonischen und städtebaulichen Qualitäten und sind damit wie oft in der Konzeptkunst von hohem identifikatorischen Potential. Dabei ist „Liebe deine Stadt“ auf intelligente Weise doppelbödig angelegt, nämlich auch als dezidiert kritische Arbeit über Vernachlässigung, Gedankenlosigkeit und Korruption: „Liebe deine Stadt“! Der Imperativ ist kein Zufall und nimmt man ihn ernst, kann er nicht ohne Folgen bleiben.</span></p>
<p><b>Die Kunst ist das Konzept</b></p>
<p><span class="copyListe">Das Projekt „Liebe deine Stadt“ schließt an eine konzeptuelle Tradition an, in der etwa auch die statistisch angelegte Arbeit „Shapolsky et al. </span><span class="copyListe"><span lang="EN-US">Manhattan Real Estate Holdings, A Real Time Social System, as of May 1, 1971” von Hans Haacke steht. </span></span><span class="copyListe">In der geht es um intransparente Geschäfte New Yorker Immobilienhaie wie Harry Shapolsky. Haacke recherchierte deren Praktiken, etwa überhöhte Mieten für sanierungsbedürftige Häuser, und montierte 146 Fotos von New Yorker Gebäuden, sechs Tabellen mit Finanztransaktionen und Pläne von Harlem und der Lower East Side in Glasrahmen und machte so die Geschäfte nachvollziehbar. Seine Arbeit machte die Zustände sicht- und anklagbar.</span></p>
<p>Auch Merlin Bauer setzt mit „Liebe deine Stadt“ auf Aufklärung – und auf Emotion. Was die Stadt ausmacht, ist die Gegenwart der Anderen, die Feier der Gesellschaft, die sich sichtbar machen lässt mit so geringen Mitteln wie einem Eisverkäuferfahrrad. Bauer fand zu einer eigenen, die Stadtfarben Rot und Weiß aufgreifenden Formensprache und schließlich zu einem ikonischen, dauerhaft sichtbaren Schriftzug, der 2007 auf dem Dach eines Geschäftshauses über der zentralen Nord-Süd-Fahrt seinen perfekten Ort fand: „Liebe deine Stadt“.</p>
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<p>„Liebe deine Stadt“ ist vor allem eine konzeptuelle Arbeit. Das ermöglicht ein Wachsen der Arbeit über sich und ihren Initiator hinaus mitten hinein in ihr Thema, die Stadt. Die Arbeit besteht zwar zunächst aus Objekten. Ihr eigentliches Wesen aber ist prozessual, ihre Aussage universell. Angepasst auf die jeweiligen Soziotope und Bildtraditionen könnte sie auch die Situation in jeder anderen Stadt zum Thema haben und ist daher hochadaptiv.</p>
<p><span class="copyListe">Die Offenheit der Arbeit als soziale Plastik führt dabei auch zu nicht autorisierter und damit missbräuchlicher Verwendung. „Liebe deine Stadt“ findet sich auf Frühstückbrettchen und Kuschelkissen, es gibt zahlreiche formal-graphische Adaptionen für Werbezwecke und auch der Fußballer Lukas Podolski </span><span class="copyListe">(Abb. S. 12)</span><span class="copyListe"> fand „Liebe deine Stadt“ passend für Shirts seines Modelabels und verwendete Fotos des Original-Schriftzugs für das Cover einer CD mit dem Titel „Liebe deine Stadt“. Auch in diesen verkitschten, profitorientierten Adaptionen spricht sich letztlich der Wunsch nach Identifikation mit der Stadt aus, auch wenn hier eine Umdeutung des Kunstwerks und seiner inhaltlichen Aussage stattfindet.</span></p>
<p><strong><span class="copyListe">Labor neuer Strategien</span></strong></p>
<p>Solche Möglichkeiten, Diskurse humorvoll und emotional in die Breite der Gesellschaft zu tragen, werden dringend gebraucht in Zeiten, in denen die Zentren der Städte auch durch Digitalisierung und Klimawandel bedroht werden. Wie können die Städte attraktiv bleiben, wenn Einkaufen mehr und mehr im Netz stattfindet? Wie können sie klimafreundlicher werden? Wie schafft man wieder Platz für innerstädtisches bezahlbares Wohnen, für Kultur, für kleine Gewerbe? Wie bewältigen die Städte den Verkehr, wo bieten sie Freiraum, Schatten, Erholung?</p>
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<p>Wendet man sich der eigenen Umgebung unter dem Motto „Liebe deine Stadt“ zu, dann werden sich auf viele dieser komplexen Fragen neue, andere Antworten finden. Wie wir in den Städten leben, diskutieren und gestalten, das kann ein Labor sein für die Lösung von Problemen auch globalen Maßstabs. Funktionierende Gemeinwesen, deren Mitglieder selbstverantwortlich, gleichberechtigt und demokratisch um die beste Zukunft streiten, sind nicht ohne utopische Dimension – aber mit Blick auf die Strategien der Konzeptkunst Merlin Bauers auch nicht ohne Realisierungsaussicht, mindestens in Teilen und Momenten. Aus dem freundlichen Imperativ entsteht eine soziale Plastik mit utopischem Potential, die aus Ideen, Köpfen und Herzen besteht. Sobald der erste Gedanke gefasst, die ersten Argumente getauscht sind, gibt es Gründe, die Stadt zu lieben, sie ist ja nun viel mehr die eigene als vorher.</p>
<p><b>Erregung öffentlichen Muts</b></p>
<p>Wer die Aktionen von „Liebe deine Stadt“ erlebt und deren Folgen beobachtet, der wird trotz realistischer Sicht auf die Gegenwart der Städte nicht anders können, als Hoffnung zu schöpfen. Und zwar, weil die Menschen geimpft durch den Gedanken „Liebe deine Stadt“ Abwehr- und Gestaltungskräfte entwickeln. Das Konzept der Kunst von Merlin Bauer zielt mit diesem Imperativ – wenngleich leicht und spielerisch – auf die entscheidende Frage: Wie wollen wir leben?</p>
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<p>In Zeiten tiefgreifender Veränderungen bedarf deren Beantwortung neuer Anregung, neuer Erregung, neuen Muts. Ihre Formulierung beginnt in der Nachbarschaft, in unseren Städten. Wir sollten sie lieben!</p>
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<p class="EinfAbs"><strong><em><span class="copyListe">Der Autor</span></em></strong></p>
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<p class="EinfAbs"><span class="copyListe">Dr. Jörg Biesler ist Kunst- und Architekturhistoriker. Er arbeitet vor allem als Kulturjournalist für den Deutschlandfunk und den WDR. Er moderierte lange Jahre voll Freud‘ und Leid den Prozess der Kulturentwicklungsplanung in Köln, eine Stadt, die er liebt.</span></p>
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<p>DIE GESCHENKBOX &#8222;LIEBE DEINE STADT&#8220; (Abb. unten)<br />
<a href="https://gaffel-shop.de/collections/liebe-deine-stadt/products/geschenkkarton-liebe-deine-stadt" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt; HIER ONLINE BESTELLEN</a>:</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x Sonderflasche 0,33l Gaffel Kölsch</p>
<p style="font-weight: 400;">2 x Sonderglas 0,2l</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x „Liebe deine Stadt“-Köln-Stadtplan konzipiert von Merlin Bauer, Prof. Anne-Julchen Bernhardt, Prof. Dr. Adria Daraban, Tobias Schwuchow und Boris Sieverts</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x „Liebe deine Stadt“-Mini-Katalog mit einem Text von Dr. Jörg Biesler (Deutschlandfunk / WDR) und 35 Abbildungen.</p>
<p style="font-weight: 400;">1 x Gutschein für zwei frisch gezapfte Gaffel Kölsch 0,2l im Gaffel am</p>
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<p style="font-weight: 400;">[Der hier zu lesende Text ist dem Mini-Katalog der &#8222;Liebe deine Stadt&#8220;-Geschenkbox entnommen]</p>
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		<title>&#8222;ARCHITEKTUR IST EINE SOZIALE AUFGABE&#8220; &#8211; Interview mit dem Konzeptkünstler Merlin Bauer</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/architektur_und_demokratie-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 04:12:10 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">http://www.liebedeinestadt.org/?post_type=dt_portfolio&#038;p=39298</guid>

					<description><![CDATA[Ein Gespräch zur Kunst-Sonderausgabe „LIEBE DEINE STADT – ARCHITEKTUR &#038; DEMOKRATIE“ des Kölner-Stadt-Anzeiger zur Eröffnung der 54. Ausgabe der ART COLOGNE]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Gespräch zur Kunst-Sonderausgabe „LIEBE DEINE STADT – ARCHITEKTUR &amp; DEMOKRATIE“ des Kölner-Stadt-Anzeiger zur Eröffnung der ART COLOGNE.</p>
<p>Das von der Architekturtheoretikerin Dr. Adria Daraban und dem Konzeptkünstler Merlin Bauer konzipierte Projekt wurde 2022 mit dem <strong><em>European Newspaper Award</em></strong> ausgezeichnet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;De-Komposition I&#8220;</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/de_komposition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2022 18:35:39 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">http://www.liebedeinestadt.org/?post_type=dt_portfolio&#038;p=39715</guid>

					<description><![CDATA[Merlin Bauer
FineArtPrint auf Dibond
148,0 × 300,0 cm]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class="vc_row wpb_row wf-container" style="margin-top: 0px;margin-bottom: 0px"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="wpb_wrapper">
	<div class="wpb_text_column wpb_content_element ">
		<div class="wpb_wrapper">
			<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>DE-KOMPOSITION I (2021)<br />
<span style="font-size: 14px;">Merlin Bauer<br />
</span><span style="font-size: 14px;">FineArtPrint auf Dibond<br />
</span><span style="font-size: 14px;">148,0 × 300,0 cm<br />
</span><span style="font-size: 14px;">3 Ex. + 1 a.p.</span></p>
</div>
</div>
</div>
<p><span style="font-size: 14px;"> </span></p>
<p><b><i>Anfragen unter:<br />
</i></b><a style="font-size: 14px;" href="mailto:reservierung@liebedeinestadt.org">info@liebedeinestadt.org</a><br />
oder +49 &#8211; 221 &#8211; 801 73 56</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;FRUST&#8220; (2015)</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/dia-leuchtkasten-nr-1-frust/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[ppdc]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2015 13:37:06 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">http://www.liebedeinestadt.org/wp/?post_type=dt_portfolio&#038;p=36718</guid>

					<description><![CDATA[Merlin Bauer
Großbilddia in Leuchtkasten
63,0 x 87,7 x 11,0 cm
nummeriert und signiert
Auflage 5 + 2 a.p.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Motiv Nr. 1</p>
<p><strong>&#8222;FRUST&#8220;</strong></p>
<p>Merlin Bauer<br />
Großbilddia in Leuchtkasten<br />
63,0 x 87,7 x 11,0 cm<br />
nummeriert und signiert<br />
Auflage 5 + 2 a.p.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Edition kann über unser Produktionsbüro <a href="mailto:info@liebedeinestadt.org">via Mail</a> oder telefonisch unter der Rufnummer 0221-8017356 bestellt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Multiple Nr. 1 &#8222;FRUST&#8220; – Die Unterhose (2015)</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/multiple-nr-1-frust-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2015 11:05:14 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">http://www.liebedeinestadt.org/?post_type=dt_portfolio&#038;p=37813</guid>

					<description><![CDATA[Weiße Unterhose mit Aufdruck "Liebe deine Stadt" 
100% Fair-Trade-Biobaumwolle 
Hergestellt in Deutschland]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Multiple zu Motiv Nr. 1  FRUST</h4>
<p>Hrsg. von Merlin Bauer</p>
<p>Weiße Unterhose mit Aufdruck &#8222;Liebe deine Stadt&#8220;<br />
(Größe S, M, L und XL)</p>
<p>100% Fair-Trade-Biobaumwolle und Farbdruck<br />
GOTS zertifiziert<br />
Hergestellt in Deutschland</p>
<p>Inklusive Jubiläumsausgabe „Liebe deine Stadt / 2005-2015“ <a href="http://www.strzelecki-books.com/StrzeleckiBooks/Info_Liebe_deine_Stadt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Strzelecki<em>Books</em>)<br />
</a>Hrsg. von Merlin Bauer / Text von Jörg Biesler</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Versandkostenfrei in unserem Online-Shop:<br />
</strong><div class="gap" style="line-height: 0px; height: 0px;"></div><br />
<a href="https://www.liebedeinestadt.org/produkt/frust/" class="dt-btn-l dt-btn">ZUM SHOP</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AUS DEM PROJEKT-ARCHIV: Der Schauspieler Markus John im Filmtrailer zur Kampagne &#8222;Liebe deine Stadt – trotzdem!&#8220; (2015)</title>
		<link>https://www.liebedeinestadt.org/project/der-filmtrailer-zu-liebe-deine-stadt-2005-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Merlin Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2015 03:05:51 +0000</pubDate>
				<guid isPermaLink="false">http://www.liebedeinestadt.org/?post_type=dt_portfolio&#038;p=37586</guid>

					<description><![CDATA[Mit Markus John (Deutsches Schauspiel Hamburg), Stefan Kraus (Direktor Museum Kolumba) und vielen anderen...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe title="Trailer zur Kampagne &quot;Liebe deine Stadt - trotzdem!&quot;" src="https://player.vimeo.com/video/146913679?dnt=1&amp;app_id=122963" width="1200" height="675" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write; encrypted-media; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin"></iframe></p>
<p>Der Filmtrailer zur neuen Kampagne „Liebe deine Stadt &#8211; trotzdem“!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
